Gitarrensaiten Test und Vergleich

Gitarrensaiten aufziehenFür die Herstellung von Gitarrensaiten kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Diese können Naturdarm, Seide, Nylon, Carbon oder Stahl sein. Hierbei ist Naturdarm eine veraltete Version, die selten zum Einsatz kommt. Sie wurde durch Kunststoffsaiten, wie Nylon ersetzt. Nicht alle Arten eignen sich für jede Gitarre. Ist der Zug der Saiten zu stark für den Steg am Korpus? Welche Eigenschaften müssen erfüllt sein, wenn die Saiten auf eine E-Gitarre gespannt werden sollen? Wie dick können die Saiten sein? Ein paar wichtige Fragen, die im Voraus klar sein müssen.

Nylon Gitarrensaiten, optimal für Konzertgitarren

Diese Gitarren halten einem enormen Zug der Saiten nicht dauerhaft stand. Der Steg kann wegreißen, das Instrument unter Umständen nicht mehr gestimmt werden und weitere negative Auswirkungen wären die Folge. Fälschlicherweise wird vermutet, dass die drei Basssaiten E, A und D einer Konzertgitarre aus Stahl sind, was nicht der Fall ist. Diese Saiten bestehen aus einem Nylonkern, der mit Kupferdraht umwickelt ist, um die tieferen und kernigeren Töne zu bekommen. Die hohen Töne G, H und E sind die typischen Kunststoffsaiten. Ursprünglich waren sie aus Naturdarm gefertigt. In den 30er Jahren wurden sie erstmals aus Nylon hergestellt. Als der bekannte Gitarrenvirtuose Andrés Segovia 1946 vor einem Auftritt Ersatzsaiten brauchte, brachte er diese Entwicklung in Schwung. Seit den 40er Jahren hatten die Naturdarmsaiten nahezu ausgedient, da ihre Konkurrenz klimastabiler und weniger feuchteempfindlich war.
Viele Hersteller experimentieren mit weiteren Materialien. Es gibt Carbonsaiten, welche nicht direkt aus Carbon sind. Sie überzeugen durch einen faszinierenden Klang und ihre Langlebigkeit. Nylonsaiten dominieren wegen ihres kernigen Sounds den Markt nach wie vor.
Beim Kauf ist darauf zu achten, welche Bespannung gespielt werden soll. Unterschieden wird zwischen den vier Härtegraden Light, Medium, Hard und Extra Hard Tension. Für Anfänger wäre Ersteres die bessere Wahl wegen der leichteren Bespielbarkeit. Härtere Saiten sind unempfindlicher und bringen knackigere Bässe hervor. Sie sind für versiertere Spieler bestens geeignet. Der Härtegrad ergibt sich aus der Nylonmischung, weshalb gleich dicke Saiten unterschiedliche Spannungen aufweisen können.

 

Stahl Gitarrensaiten, der Freund verschiedener Gitarrenarten

Diese gibt es für E-Gitarre, Bässe und Westerngitarren und sie sind in der Herstellung ähnlich. Der einzige Unterschied sind die Legierungen, die zum Einsatz kommen. Bei E-Gitarren und Bässen müssen sie die Eigenschaft haben, das Magnetfeld der benutzten Pickups stark beeinflussen zu können. Die Saiten der Westerngitarre müssen in der Lage sein, einen absolut genialen Klang zu erzeugen. Geläufige Legierungen sind Nickel-Stahl, Bronze-Stahl und Phosphorbronze-Stahl-Saiten. Die Härtegrade gibt es in Extra-Light, Light, Medium Light, Medium und Heavy. Letztere weisen einen enormen Saitenzug auf, weshalb Sie auf eine stabile Bauart der Gitarre achten sollten.

Nickel-Stahl Gitarrensaiten

Diese Saiten kommen bei Akustikgitarren mit Flattop zum Einsatz, die einen magnetischen Schalloch-Tonabnehmer haben. Gleichermaßen werden sie für elektrische Jazzgitarren benutzt, die einen Archtop-Korpus aufweisen. Der Sound ist weich und weniger knackig. In den meisten Fällen werden sie auf Jazz-Archtop-Gitarren gespielt, die magnetische Pickups besitzen und hier bringen sie ihren vollen Klang zum Vorschein.

Bronze-Stahl-Saiten

In zwei Varianten sind sie erhältlich. Bei 80/20 Saiten besteht die Legierung des Wickeldrahts aus 80 Prozent Kupfer und 20 Prozent Zinn. Das Ganze gibt es weiter in dem Verhältnis 85/15, bei dem Kupfer einen Anteil von 85 Prozent hat und Zinn 15 Prozent. Im Inneren befindet sich der Stahlkern. Standard ist die Version 80/20, da sie einen knackigen, obertonreichen Sound abliefert und laute Bässe von sich geben kann, während die andere eher weich ist.

Phosphorbronze-Stahl-Saiten

Sie bestehen ebenfalls aus einer Legierung von Kupfer und Zinn, der eine kleine Menge Phosphor beigemischt wird. Das hat zur Folge, dass die Saiten härter sind und gegen Korrosion geschützt sind. Sie klingen wärmer als die normalen Bronze-Stahl und sind somit beliebt im Bereich Westerngitarren und anderen Akustikinstrumenten, die den Zug dieser Saiten standhalten.

E- Gitarrensaiten und ihre Zusammenstellung

Wie erwähnt, kommen hier Stahlsaiten zum Einsatz, da kein Schallloch für den Sound sorgt, sondern durch magnetische Pickups die Schwingungen der Saiten in den typischen Metallsound umgewandelt werden. Die Saitenfolge ist E, B, G, D, A, E. In der Zusammenstellung variieren die Hersteller. Des Weiteren gibt es Light Top / Heavy Bottom, die eine individuelle Zusammenstellung des Fabrikats ist. Hier gilt, dass das noch nicht alles ist. Wer sich gut auskennt, kann seine Gitarre dem persönlich bevorzugten Klang anpassen, indem er die geeigneten Saiten in der gewünschten Verbindung kauft.
Jeder Satz eignet sich für ein anderes Anwendungsgebiet. Extra Light Sätze haben eine geringe Spannung, welche bei E-Gitarren mit kurzer Mensur gut aufgehoben sind. Bei längerer Mensur ist ein Regular Satz zu empfehlen, da dieser eine höhere Spannung besitzt und mit guten Bässen überzeugen kann. Wollen Sie Ihre Gitarre mit einer besonderen Stimmung auf Drop C spielen, eignen sich die Sätze des Light Top / Heavy Bottom. Hier werden dünnere Saiten für höhere Töne und dickere für die Bässe aufgezogen.
Zu beachten ist, dass einzig die Gewöhnung eine große Rolle spielt. Nutzen Sie lange einen Light Satz, könnte sich die Umstellung auf einen Regular oder Medium Satz anfangs komisch anfühlen, als müsse man Stahlseile bedienen. Hier gilt, Übung macht den Meister. Haben Sie die Kraft entwickelt, diese Sätze gut zu spielen, ist es, als wäre es nie anders gewesen. Der Wechsel von starken auf dünnere E Gitarre Saiten wirkt sich auf die Präzision aus, da die Saiten auf Anschläge anders reagieren. Dies ist ebenso durch eine kurze Eingewöhnung abstellbar.

Bass- Gitarrensaiten und ihre Eigenschaften

In den 50er und 60er Jahren wurden die Bässe mit Saiten bespannt, bei denen der Stahlkern mit einem Draht aus einer Nickel-Legierung umwickelt wurde. Diese waren vergleichbar leise, da sie den Pickup magnetisch nicht so stark anregten. Dies war keineswegs ein Nachteil, da die Tonabnehmer nah an die Saiten gebaut wurden. Diesen folgten nach und nach vernickelte Stahldrähte. Die Saiten hatten eine höhere Wirkung auf die Pickups und sorgten für einen besseren und lauteren Sound.
Die 70er Jahre brachten eine neue Art der Basssaiten hervor. Aufgrund seiner perfekten magnetischen Eigenschaften stieg man auf eine Wicklung um, die aus Edelstahl bestand. Nicht nur die Bässe sind knackig, Mitten sind ebenso beeindruckend zu hören. Ein gigantischer Vorteil ist gleichermaßen die Haltbarkeit und die Beständigkeit gegen Korrosion.
Einige Hersteller fertigen Saiten, die am Ballend, welches sich nach der Bespannung am Steg befindet, schmal zulaufen. Das bewirkt, dass die Saite besser im Reiter liegt und der Klang klarer wird. Diese Bauweise wird gleichermaßen bei einigen Westerngitarre Saiten verwendet und nennt sich Taper Wound. Drei weitere Bezeichnungen hierfür sind Piano String Design, Contact Core und Tapered Core, die Sie bei der Suche nach dem geeigneten Satz berücksichtigen sollten.
Wie bei der E-Gitarre besitzen Bassgitarre Saiten mit einem dünneren Durchmesser eine geringere Spannung. Die Spielbarkeit wird mit dickeren Saiten schwerer, was hier ebenfalls eine Übungssache ist.

Westerngitarre Saiten unterscheiden sich kaum zu denen der E-Gitarre

Mit dieser Art des Instrumentes können sie ebenso auf Stahlsaiten zurückgreifen, da der Steg stabiler verbaut ist, als bei einer gewöhnlichen Akustikgitarre. Das hat zur Folge, dass dickere Saiten mit höherer Spannung nicht schaden, sondern für einen volleren und besseren Sound sorgen können. Des Weiteren besitzen einige Westerngitarren einen magnetischen Tonabnehmer, der mit Nylonsaiten nicht funktionieren würde. Durch diese Besaitung können Sie mit einer solchen Gitarre ordentlich Druck entwickeln und das im oberen und unteren Frequenzbereich. Anschläge mit Plektrum bringen mehr hohe Frequenzen zum Vorschein.
Besondere Folk-Saiten sind mit einem Kern aus Seide bestückt. Sie klingen weicher und sanfter als die mit Stahlkern.

Wie oft Gitarrensaiten gewechselt werden sollten

Die Saiten bestimmen die Klangqualität, Dynamik und Klangmöglichkeiten Ihres Instrumentes. Um der Gitarre ihren Sound zu erhalten, sollten Sie die Saiten in regelmäßigen Abständen wechseln. Hierbei gelten einfache Regeln. Spielen Sie täglich, ist anzuraten, alle ein bis zwei Wochen einen kompletten Satz zu tauschen. Kommen Sie auf eine Spielzeit von einer Stunde pro Woche, reicht ein Intervall von zwei Monaten. Nutzen Sie Ihre Gitarre weniger, reicht eine Zeitspanne von vier Monaten aus. Das gilt für alle Arten von Gitarren, ob Akustik oder E-Gitarre.
Am Ende ist jede Saite anders. Die Hersteller fertigen unterschiedliche Arten, was zu Variationen der Stärke, Materialien und Anzahl der Wicklungen führt. Das beeinflusst die Lebensdauer gleichermaßen, wie den Klang und das Handling. Somit sind die genannten Zeiträume als Richtlinien zu sehen, die bei Bedarf verkürzt oder verlängert werden können. Sind Sie ein erfahrener Spieler, hören Sie am Klang der Saiten, wann es Zeit ist, sie gegen Neue zu tauschen, um weiterhin Spaß an Ihrem Instrument zu haben. Sie klingen in dem Fall nicht mehr voll und klar. Im direkten Vergleich, kann ein Laie ebenfalls den Unterschied wahrnehmen.

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