Gitarrensaiten aufziehen – Anleitung

Gitarrensaiten aufziehenBei jeder Gitarre kommt irgendwann der Moment, an dem man neue Gitarrensaiten aufziehen muss. Doch was sich im ersten Moment nach einem Kinderspiel anhört, kann von Modell zu Modell zu einer echten Schwierigkeit werden. Dabei muss man nicht nur die Gitarrenseiten mit der richtigen Straffung aufziehen, sondern diese müssen am Ende auch noch mit einem entsprechenden Stimmgerät auf die richtige Tonlage gebracht werden. An dieser Stelle soll genau Schritt für Schritt erklärt werden, wie die neuen Gitarrenseiten richtig aufgezogen werden, damit man das Spielen wieder so richtig genießen kann.

Wann sollte man neue Gitarrensaiten aufziehen?

Wann genau der richtige Zeitpunkt zum Wechseln gekommen ist, liegt im Ermessen jeden Einzelnen. Natürlich ist es klar, dass die Gitarrensaiten gewechselt werden müssen, wenn diese gerissen sind. Doch ansonsten sehen nur die Wenigsten einen Grund, die Seiten vorzeitig zu wechseln. Bei den professionellen Spielern ist allerdings bekannt, dass Gitarrensaiten ihren besten Klang nur wenige Spielstunden lang entfalten. Schon kurz nach dieser Zeitspanne nimmt ihre Qualität ab, was dann vor allem bei Aufnahmen im Tonstudio zu vernehmen ist und Sie in solchen Fällen neue Gitarrensaiten aufziehen.

Allerdings kann man den Gitarrensaiten ihr Alter auch anfühlen und ansehen. Irgendwann sind die Saiten verschmutzt und wirken stumpf oder weisen sogar Spuren von Rost auf. Zudem fühlen sie sich nicht mehr glatt an und weisen oftmals schwarze Stellen auf. Sollte dies der Fall sein, dann wird es wirklich Zeit, dass Sie neue Gitarrensaiten aufziehen. Geht man rein nach dem Klangpotenzial, so sollten die Gitarrensaiten jeweils jedes halbe Jahr erneuert werden. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn mit der Gitarre jeden Tag 1 bis 2 Stunden gespielt wird. Sollte dies der Fall sein, so hat ihre Klangqualität nach einem halben Jahr um etwas mehr als die Hälfte abgenommen.

Gitarrensaiten aufziehen bei einer Konzertgitarre

Bei einer Konzertgitarre handelt es sich für gewöhnlich um Nylonsaiten. Allerdings fehlt bei ihnen das „Ball End“, sodass die Saiten nicht einfach eingefädelt, sondern von Hand verknotet werden müssen. Um die Saite richtig zu befestigen, müssen einfach die nun folgenden Anweisungen befolgt werden:

1. Die Seite muss aus Richtung des Griffbrettes bis zum richtigen Loch im Steg gezogen werden. Hier ist es wichtig, dass die Saite einige Zentimeter durch das Loch hindurchgezogen wird. Nun muss die Sait im Uhrzeigersinn zu einer Schlaufe gedreht werden, wobei das Ende nun unter der später gespannten Saite hindurchgezogen wird.

2. Nun wird das Saitenende durch die erzeugte Schlaufe gezogen. Nun muss am Ende der Seite gezogen werden, bis sich diese langsam strafft. Dabei ist in jedem Fall zu beachten, dass sich der entstehende Knoten später auf der Rückseite des Griffsteges befindet, und sich nicht an der Oberseite bildet, da dieses den Klang maßgeblich beeinträchtigen kann.

3. Die drei Dünnen und nicht umwickelten Saiten werden nach dem gleichen Muster gespannt. Allerdings muss hier das Ende der Saite mindestens zwei Mal durch die Schlaufe gezogen werden. Es gilt zu beachten, dass bei der sehr dünnen E-Seite, dieser Vorgang sogar vier Mal notwendig sein kann.

4. Beim Spannen der Mechanikachse muss der entstandene Knoten mindestens ein Mal von der Saite überspannt werden. Idealerweise befinden sich am Ende des Spannens drei Windungen auf der Achse. Dabei ist darauf zu achten, dass die entstandenen Windungen sehr eng aneinander liegen und diese das umgebende Holz nicht berühren.

Gitarrensaiten aufziehen bei einer E-Gitarre

Bei der E-gitarre sieht das Ganze schon etwas anderes aus. Hier ist das sogenannte „Ball End“ vorhanden, sodass sich das Einfädeln relativ einfach gestaltet. Wie dieses zu bewerkstelligen ist, soll hier Schritt für Schritt erklärt werden.

1. Die Saiten müssen am Steg einfach nur die entsprechenden Löcher gezogen werden. Dies geschieht solange, biss das Ball End – also die kugelförmige Verdickung – das Loch erreicht, durch welches diese nicht hindurchpasst. Dabei muss lediglich darauf geachtet werden, an welcher Position sich die Löcher befinden, denn bei manchen Modellen kann die Einfädelung auch auf der Rückseite gelegen sein.

2. Um die Seiten an der Mechanik zu befestigen, muss nicht viel getan werden. Bei der E- und der A-Seite reicht es, die Saiten einfach durch das entsprechende Loch zu ziehen und diese dann mit der Mechanik festzuzurren. Die umwickelten Saiten sind viel zu steif, um später nochmals nachzurutschen. Ein Verknoten ist also nicht erforderlich.

3. Die D-Seite sollte vor dem Einfädeln die Mechanikachse noch einmal umrunden, um eine größere Stabilität zu liefern. Bei den Basssaiten sollte man sogar zwei bis drei Umwicklungen in Betracht ziehen, denn diese werden in der Regel sehr stark beansprucht.

4. Die G-, H- und die hohe E-Saite müssen allerdings festgeknotet werden. Hierbei muss die gleiche Schlaufe geformt werden, wie dies bei der Konzertgitarre der Fall ist. Beim Festziehen und Spannen ist ebenfalls darauf zu achten, dass sich der Knoten an der Unterseite befindet und mindestens einmal von der zu spannenden Saite überdeckt wird. Hier sollte die Wicklung ebenfalls mindestens drei Mal um die Mechanikachse laufen.

 

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